Screenshot der Konzertbesprechung vom 25.05.2017

Von Johann Sebastian Bach bis Richard Wagner, welch ein Bogen! Und diesen musikalischen Bogen spannte das Orchester ”Wilde Gungl” unter seinem Dirigenten Michele Carulli am Vatertag im Münchner Prinzregenten-Theater in der Matinée um 11 Uhr. ...

Murnauer Tagblatt-Artikel vom 21. März 2017
© Beate Berger (Text und Foto) | mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Münchner Merkur tz / Murnauer Tagblatt


SZ Dachau-Artikel vom 13. März 2017
© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).
Screenshot der Konzertbesprechung vom 27.11.2016

Die allererste Frage nach dem Tripelkonzert von Beethoven an diesem Abend: Warum, um Gottes Willen, hört man diese wundervolle Musik nicht viel öfter im Konzertsaal? Oder, etwas „cooler“ gefragt: Was ist besser als ein Solist? Eben deren drei, noch dazu von dem exquisiten Zuschnitt wie an diesem Abend. ...

Am strahlenden Himmelfahrtstag ein strahlendes Konzert im ausverkauften Saal des Prinzregententheaters, das ist ein treffliches Zusammenkommen. Und solch ein Konzert können die Münchner nur mit „ihrer“ WILDEN GUNGL erleben! Aufforderung zum Tanz hieß das Motto nach dem berühmten Stück von Carl Maria von Weber – das natürlich auch zu hören war im bunten Strauß der Stücke, die dieses Himmelfahrts-Konzert ausmachten. ...

Dass der Prophet im eigenen Land nicht viel gilt, das war schon unseren Vorfahren genügend bekannt und ein Ärgernis… dass aber ein solches Konzert des Orchesters „Wilde Gungl“ im Brunnenhof der Residenz an einen traumhaften Sommerabend mit einem ebensolchen Programm in der Münchner Zeitungs-Landschaft unbemerkt und unbesprochen bleiben soll, das ist unverzeihlich!

 

„Na, ja, ist ja auch  n u r  ein Liebhaber-Orchester, und wir haben ja unsere „Großen“, die „Philharmoniker“, die „Rundfunk-Symphoniker“, die Oper, und all die anderen Profi-Gruppierungen, da bleibt einfach keine Zeit und kein Bedarf für so ein „Liebhaber-Grüppchen“.

 

Berichtet wird über den kleinsten „Event“, das blödeste Thema im TV, über jeden Schwachsinn, der sich in unserer schönen Münchner Stadt ereignet.

 

Aber wenn ein Orchester, das immerhin schon 150 Jahre besteht und unter Anderem mit dem nicht ganz unbekannten Namen „Richard Strauss“ in Verbindung steht, eines seiner wenigen Konzerte gibt, noch dazu mit einem neuen Dirigenten – nachdem Jaroslav Opela 45 Jahre lang der Leiter war – und einem doch eher selten zu hörenden Programm, dann sollte das doch wenigstens der Presse eine Besprechung wert sein!

 

Also gut, schreiben wir die Rezension eben als aufmerksamer Zuhörer und Musiker selber:

 

 

 

Im gut gefüllten Brunnenhof war nach einem nachmittäglichen kurzen Schauer der blaueste Abendhimmel mit angenehmster Temperatur uns gewogen, als Konzertmeister Arnim Rosenbach das Konzert aufs charmanteste anmoderierte. Luciano Berio, der 2003 verstorbene moderne italienische Komponist verwandelte Luigi Boccherinis Streichquintett-Satz „Ritirata di Madrid“ in ein Orchesterwerk. Nach einem Gottesdienst ziehen die Musiker erst leise heran, werden dann immer lauter und verschwinden wieder in der Ferne. So einfach die Struktur, so wirkungsvoll die Musik.

Der italienische Dirigent – und spätere Solist an der Klarinette – Michele Carulli war natürlich in seinem Element: con anima e corpore ließ er diese fesselnde Komposition in immer neuen, wechselnden Klängen entstehen.

 

Michele Carulli war schon mit 19 Jahren Soloklarinettist an der Mailänder Scala gewesen. Was lag da näher – nach der Absage des vorgesehenen Solisten – als dass der Dirigent seinen Taktstock beiseite legte, die Klarinette nahm und als Solist das Orchester eben einfach so anleitete und befeuerte. Im Klarinettenkonzert des Neapolitaners Saverio Mercadante, das aus zwei Sätzen besteht, war er in beiden Funktionen präsent. Für mich eine sehr neue und ungewöhnliche Erfahrung, denn dass ein Orchester vom Klavier oder auch von der Geige aus geleitet wird, ist heute keine Seltenheit mehr, aber wie Michele Carulli die „Wilde Gungl“ zu einem Klangkörper „machte“, der ihn wunderbar und immer aufmerksam begleitete und in einen hochmusikalischen Klangraum einband, das war bewegend. Wie oft wünschte man sich so eine einfühlsame Begleitung für einen Solisten.

 

Und es sollte ja noch besser kommen: Nach dem wohlverdienten und lautstarken Beifall für die „Doppelrolle“ kündigte Arnim Rosenbach die zweite Komposition für Klarinette und Orchester an, diesmal Introduktion, Thema und Variationen für Klarinette und Orchester von Gioacchino Rossini. Bei seiner unterhaltsamen Vermittlung räumte er auch gleich mit dem Mythos auf, dass Rossini sich später tatsächlich als Koch betätigt haben soll, was eben nicht der Wahrheit entspricht.

Wieder wurde Michele Carulli der „Diener zweier Herren“ und entledigte sich dieser „Doppelbelastung“ aufs Bravouröseste! Mit vollem Körpereinsatz animierte er seine Musiker-Kollegen zu Höchstleistungen, ließ im Thema mit Variationen unzählige Klangfarben seines Instrumentes aufblitzen und wurde bei allem adäquat und mitschwingend unterstützt und begleitet vom Orchester. Dass diese Musik allen Mitspielern großes Vergnügen bereitete – dem Publikum in der lauen Sommernacht sowieso – war zu erleben und mündete in einem wahren Beifalls-Sturm. Danach hatten sich alle, Mitwirkende wie Zuhörer, eine Pause verdient.

 

Das volle Orchester war nach der Pause gefordert bei Edward Elgars Enigma-Variationen, dem ersten großen Erfolg dieses Komponisten. Von den zartesten Klängen bis zum Fortississimo-Ausbruch wuchs das Orchester über sich hinaus. Als Abschluss eines wunderbaren Musik-Erlebnisses war das eine sehr glückliche Wahl. Michele Carulli entfesselte diese farbenreiche Komposition mit der ihm eigenen Energie, die sich auf alle Musiker der „Wilden Gungl“ übertrug. Voller Begeisterung über solch einen gelungenen Abend klatschten die Zuhörerinnen und Zuhörer: Und so gaben Dirigent und Orchester noch einmal die Neunte, die „Nimrod-Variation“ als Zugabe.

 

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!“ Diesen Satz von Friedrich Nietzsche hatte Arnim Rosenbach zitiert, und wie Recht hatte er doch damit.

Ich freue mich schon auf das nächste Konzert der „Wilden Gungl“ und ihres Dirigenten Michele Carulli.

 

Ulrich Hermann, 19. Juli 2015 München

BSZ-Artikel vom 10. Juli 2015
Mit freundlicher Genehmigung von der Bayerischen Staatszeitung


BSZ-Artikel vom 21. November 2014
Mit freundlicher Genehmigung von der Bayerischen Staatszeitung


Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 14/15.06.2014

GAP-Tagblatt-Artikel vom 14/15. Juni 2014
© Mit freundlicher Genehmigung vom Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 12.06.2014

GAP-Tagblatt-Artikel vom 12. Juni 2014
© Mit freundlicher Genehmigung vom Garmisch-Partenkirchner Tagblatt
BSZ-Artikel vom 9. Mai 2014
Mit freundlicher Genehmigung von der Bayerischen Staatszeitung
Dachauer Nachrichten-Artikel vom 17. Juli 2013
© Horst Kramer (Text und Fotos) | mit freundlicher Genehmigung der Dachauer Nachrichten
Dachauer Nachrichten-Artikel vom 17. Juli 2012
© Siglinde Haaf (Text und Fotos) | mit freundlicher Genehmigung der Dachauer Nachrichten

Online-Rezensionen

NachtSchatten am 18. Juni 2013 23:20   
Richard-Richard-Sterntaler, 16.06.2013, Künstlerhaus am Lenbachplatz

 

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